Ein Regenbogen macht mit Farben sichtbar, was sonst verborgen bleibt: Licht wird von transparenter Materie, hier den Wassertropfen, „gebrochen“. Derselbe physikalische Effekt steckt in vielen Technologien des Alltags, wie LCD-Bildschirmen und dem Breitbandanschluss mit Glasfaserkabel. Auslöser der Lichtbrechung ist eine Wechselwirkung zwischen dem Licht und den Atomen der Materie. Durch sie geraten die Lichtwellen sozusagen ein wenig aus dem Takt. Auch „Röntgenlicht“ wird „gebrochen“. Hier ist der Effekt jedoch schwer zu messen. Ein Miniatur-Messgerät verschafft nun ganz neuen Zugang: Forschende der Universitäten Göttingen und Hamburg haben mit Partnern das, nach ihrem Wissen, weltweit kleinste Röntgen-Interferometer gebaut. Damit konnten sie die Brechung von auf wenige Nanometer begrenzten Röntgenstrahlen erstmals genau vermessen und daraus schließen, wie diese mit Atomkernen interagieren. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Photonics veröffentlicht.