Ny-Ålesund/Leipzig. Salz und Zucker aus dem Meer können bis in die freie Troposphäre aufsteigen und damit sowohl die Wolkenbildung als auch das Klima in der Arktis beeinflussen. Das geht aus Ballon-Messungen hervor, die ein Team von Forschenden im Herbst 2021 und Frühjahr 2022 auf Spitzbergen durchgeführt hat. Mit einer zunehmend eisfreien Arktis könnten immer mehr dieser Wolkenzutaten aus dem Meerwasser in die Atmosphäre gelangen und das Strahlungsbudget beeinflussen. Die neuen Erkenntnisse tragen daher zu einem verbesserten Verständnis der komplexen Wechselwirkungen bei, die zu einer überdurchschnittlichen Erwärmung der Arktis führen, schreiben die Forschenden im Fachjournal „Atmospheric Chemistry and Physic“ (ACP), einem Open-Access-Journal der European Geosciences Union (EGU).
An der Studie unter Leitung des Leibniz-Instituts für Troposphärenforschung (TROPOS) waren auch Forschende der Universität Köln, des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie, der Universität Oldenburg und der Universität Bremen beteiligt. Sie ist Teil des Transregios 172 der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der seit 2016 unter Leitung der Universität Leipzig die Klimaveränderungen in der Arktis untersucht.